Als ich mich während des Trainingslagers in Chile dazu entschlossen habe, den Riesentorlauf in Sölden in Angriff zu nehmen, war ich voller Vorfreude und Tatendrang. Zurück in Europa sah ich zehn Tage nach dieser Entscheidung während der ersten Trainingseinheit, wie viel Arbeit da auf mich warten würde. Ein konsequent durchgezogener Trainingsplan. tolle Unterstützung meines Teams und meine ansteigende Form ließen auch mein Selbstvertrauen wachsen, und Cheftrainer Christian Mitter bat mich zur internen Qualifikation am Rennhang. Eine Woche später stand ich im österreichischen Aufgebot beim Weltcupauftakt in Sölden. Mit einer soliden Fahrt im ersten Durchgang konnte ich mich für Durchgang Nummer zwei qualifizieren und da die gute Piste perfekt ausnutzen. Mit 3. Laufzeit verbesserte ich mich auf den 10. Endrang! Das ist mein zweitbestes Ergebnis im RSL und das in meinem ersten RSL nach mehr als 4 Jahren!

Der Riesentorlauf ist nicht nur die Grunddisziplin des alpinen Skisports, sondern auch meine ganz persönliche Herzensdisziplin. Ende Dezember 2009 konnte ich in einem Riesentorlauf mein Debüt im Weltcup feiern – im RSL von Lienz. Bereits ein WC-Rennen später fuhr ich mit Platz 6 in Marburg das erste Mal in die Top10. Nach einigen lehrreichen Jahren mit vielen Auf und Ab’s habe ich mich dann dazu entschlossen, meinen Fokus vorerst auf die Speed-Disziplinen zu legen. Ob diese Entscheidung richtig oder falsch war will ich hier nicht beurteilen – Fakt ist aber, dass ich zwei Wochen nach ebendieser meinen ersten Podestplatz in der Abfahrt feiern konnte. In meinem Hinterkopf hatte ich aber immer den Wunsch, den RSL irgendwann wieder in meinen Rennkalender aufzunehmen. Und diesen Wunsch habe ich letztes Wochenende verwirklicht. Klar hat mir diese Entscheidung die Tatsache erleichtert, dass ich mit mehr als 500 Punkten in der Gesamtwertung sofort nach den Top30 starten durfte.

Für die nahe Zukunft möchte ich den Riesentorlauf mitnehmen, wenn er gut in meinen Plan passt. Denn dieser ist, hauptsächlich in den Speeddisziplinen erfolgreich zu sein. Wenn meine körperliche Verfassung und die Leistungen in Abfahrt und SuperG stimmen, bin ich im RSL am Start – aber frühestens in Courchevel, denn Killington passt in diesem Jahr nicht in meinen Plan. Denn mit dem nun folgenden Training in Copper Mountain möchte ich mir eine Basis für eine erfolgreiche Saison in den Speed-Bewerben legen.